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Was sie alles für einen Azubi-Platz machen würden

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Was sie alles für einen Azubi-Platz machen würden







Was sie alles für einen Azubi-Platz machen würden Es boomt, die Zahl der Ausbildungsplätze steigt und trotzdem wird die Job-Suche für junge Stellensucher immer ausgefallener und skuriller Monatelange Praktikas sind Voraussetzung. Ein guter Schulabschluss ist Pflicht. Und dann beginnt für viele Schulabgänger die Suche nach einem Ausbildungsplatz: Einige müssen stundenlange Psycho-Tests über sich ergehen lassen, andere werden brutal ausgenutzt und wieder andere versuchen, über eine Casting-Show eine Azubi-Stelle zu bekommen. Für eine gute Ausbildung sind viele junge Menschen bereit, sich einiges gefallen zu lassen. Bundesweit in den Schlagzeilen ist jüngst ein Jura-Professor aus Hamburg (53) gewesen, der seinen Studentinnen bessere Noten gegen Sex gegeben hat. Fast gleichzeitig wird bekannt dass ein Maurermeister aus Augsburg seinen Azubi zu privaten Gartenarbeiten am Wochenende einteilt. Auch wenn solche Fälle aus unserer Region nicht bekannt sind, probieren viele junge Leute auch hier neue Wege aus. So haben sich zig Schulabgänger als Sport- und Fitnesskaufmann bei der Fitness-Studio-Kette von Prinz Michael aus Groß-Zimmern beworben. Drei Bewerber sind ausgesucht worden und kämpfen innerhalb der Pro-7-Show „Deine Chance" um einen Ausbildungsplatz. Prinz Michael: „Die Bewerber müssen verschiedene Aufgaben lösen. Wer sich am besten anstellt, bekommt den Ausbildungsplatz." Dieses Verfahren habe Vorteile, denn er erlebe den Bewerber in ganz anderen Situationen. Drei Tage hat Pro 7 im Prinzen-Fitness-Studio gefilmt. Wer gewonnen hat, zeigt der Sender voraussichtlich in der Show am 27. Februar. Für den Prinzen steht fest: „Mich interessieren nicht Noten. Für mich ist der Mensch entscheidend. Jeder bekommt bei mir eine Chance." Die versucht auch Nicoletta Kätsch - eine der drei Bewerber - zu nutzen. 50 Bewerbungen hat sie bereits geschrieben. Ohne Erfolg. Derzeit jobbt sie in einem Solarium und das trotz eines mittleren Bildungsabschlusses mit der Note 1,8. „Falls es im Fitness-Studio nicht klappt, bewerbe ich mich auf alles mögliche weiter." Gleiches gilt für den 17-jährigen Patrick Reinhard aus Groß-Zimmern. „Ich mache derzeit eine Qualifizierung zum IT-Assistenten an der Berufsschule. Aber das ist nix für mich. Ich will lieber etwas mit Sport machen. Daher hoffe ich, dass es hier in dem Studio von Prinz Michael klappt. Die vorherigen 20 Bewerbungen von mir waren erfolglos." Auch der 18-jährige Leandro Barblani aus Groß-Umstadt hat bereits rund 50 Bewerbungen geschrieben. „Viele angeschriebene Firmen haben sich nicht mal gemeldet. Die Unterlagen sind verschwunden", erzählt der Realschüler. Regina Umbach-Rosenow, Sprecherin der Agentur für Arbeit in Offenbach, berichtet vom Gegenteil. Wenn die Wirtschaft boome, gibt es auch mehr Ausbildungsplätze. Im vergangenen Jahr sei ein Plus von 22,5 Prozent zu verzeichnen. Aber sie sagt auch: „Im vergangenen Herbst haben 172 Bewerber, die bei uns gemeldet waren, keinen Ausbildungsplatz gefunden. Durch intensive Nachvermittlungsarbeit konnten wir aber bis zum Ende des Jahres 101 Azubi-Stellensucher noch unterbringen." Die Arbeitsagentur-Spezialisten erkennen aber einen Trend: Für die ohne oder sehr schlechten Schulabschluss wird es immer schwieriger.

Quelle: RheinMain Extra Tipp vom 10.02.2008








 

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